LEBEN

Farbe Rot LEBEN
Christine Beuß mit Lebensmittel-Korb

Mit dem Fahrrad Lebens­mittel retten

Wenn Chris­tine Beuß mit ihrem voll bela­denen Las­ten­fahrrad unter­wegs ist, kommt sie nicht vom Ein­kauf für ihre Familie, meis­tens jeden­falls nicht. Natür­lich kauft sie auch für ihre drei­köp­fige Familie ein, aber min­des­tens zwei, manchmal drei oder vier Tage ist sie ehren­amt­lich für Foodsha­ring unter­wegs. Foodsha­ring heißt Essen teilen, doch vor allem geht es den Helfer*innen darum, dass weniger Lebens­mittel weg­ge­worfen werden.

„Wir sind ein gut orga­ni­sierter Verein, der ehren­amt­lich arbeitet. Wer bei Foodsha­ring mit­ma­chen möchte, durch­läuft einen Auf­nah­me­pro­zess. Wir suchen immer neue Helfer*innen. Dazu gehört es, sich über einen Test mit den Themen Lebens­mit­tel­hy­giene, Kühl­ketten, Sau­ber­keit und Halt­bar­keit zu beschäf­tigen. Denn wir haben eine große Ver­ant­wor­tung.“ Vor der Auf­nahme arbeiten erfah­rene Foodsafer*innen die Neuen ein, sodass diese oft nach zwei Monaten wissen, wo sie Lebens­mittel abholen und wo sie diese ver­teilen können. Foodsharer*innen sind ver­trag­lich gebunden und bekommen einen Aus­weis. Das Essen darf jede*r aus den Fair­tei­ler­stellen holen, zum Bei­spiel am Man­der­scheider Platz und an der Katho­li­schen Hoch­schul­ge­meinde auf der Ber­ren­ra­ther Straße nahe der Uni­ver­si­täts­straße. In letz­terer Fair­teilerstelle steht sogar ein Kühl­schrank zur Abgabe von Kühl­ware. Inter­es­senten finden an den Fair­tei­ler­stellen Obst und Ge­müse, Back­waren und manchmal Milch­pro­dukte. „Mir ist es per­sön­lich wichtig, dass diese gespen­deten Lebens­mittel an Bedürf­tige kom­men“, erzählt uns Chris­tine Beuß.

Chris­tine Beuß ist min­des­tens zweimal die Woche ehren­amt­lich mit ihrem Las­ten­fahrrad im Veedel unter­wegs.

Foodsha­ring arbeitet eng mit Unter­nehmen, Super­­märkten und anderen Verkaufs­stellen für Lebens­mittel zusammen. Die Geschäfte spenden Lebens­mittel, die sie ansonsten weg­werfen würden. Manchmal sind sie laut Halt­bar­keits­datum nicht mehr zu ver­kaufen, manchmal ist das Obst oder Gemüse leicht ange­schlagen. Das Angebot ergänzt die Tafel und arbeitet in unserem Viertel eng mit anderen Aus­ga­be­stellen für Lebens­mittel zusammen.

Wenn die Foodsharer*innen die Lebens­mittel von ihren Partner­unternehmen abholen, über­nehmen sie die Verant­wortung für diese. Schnell bringen sie alle Spenden an die Fair­tei­ler­stellen und posten die Infor­ma­tion auf ihrer Web­site und ihren Kanälen, damit diese umge­hend an die Men­schen kommen. Durch die regional gut auf­ge­baute Web­site sind die Mit­glieder mit­ein­ander in Kon­takt und sichern, dass die Waren immer regel­mäßig ihre Wege gehen, auch zu Urlaubs­zeiten. „Mich macht der Gedanke glück­lich, dass Geschäfte weniger Lebens­mittel weg­werfen und Men­schen, die wenig Geld haben, diese erhalten“, sagt Chris­tine Beuß.

Der Verein ist in Sülz und Klet­ten­berg gut in einer Gruppe orga­ni­siert. Infor­ma­tionen über Fair­tei­ler­stellen finden sich auf der Web­site, Nach­fragen zur Mit­ar­beit sind will­kommen. Da der Verein ehrenamt­lich orga­ni­siert ist, kann es manchmal ein wenig dauern, aber eine Ant­wort kommt bestimmt.

Foodsharing

„In den vier Jahren, in denen ich bereits bei Food­sharing mit­mache, hat sich mein Ver­hältnis zu Lebens­mit­teln sehr ver­än­dert“, ergänzt Chris­tine Beuß. Ich sehe, wie viel Arbeit in ihnen steckt, wie wert­voll Obst und Gemüse oder auch Back­waren nicht nur für Bedürf­tige sind. Ich werfe zu Hause kaum noch einmal etwas weg und habe gelernt, aus vielen ver­schie­denen Gemü­se­arten leckere Ge­richte zuzu­be­reiten. Und ich habe auch gelernt, über das Aus­sehen und den Ge­ruch von Pro­dukten zu ent­scheiden, ob sie noch zu genießen sind.“

Fair­teiler für Sülz und Klet­ten­berg

Auf dem Man­der­scheider Platz findet sich ein Fahrrad-Fair­teiler von Foodsha­ring. Alle dürfen sich aus diesem Lebens­mittel nehmen und Lebens­mittel dort abgeben. Men­schen, die Lebens­mittel spenden möchten, sollten darauf achten, dass diese äußer­lich gut aus­sehen und gut rie­chen. Mehr Infor­ma­tionen findet sich an den Ver­tei­ler­körb­chen und natür­lich im Internet.

www.foodsharing.de/karte

09.2023 // von Hanka Meves-Fricke, Fotos: Sonja Hoff­mann

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